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Lifestyle · 2 Min. Lesezeit · 8. Juli 2019

Vom Fußballplatz zur schnellsten Österreicherin

Julia Mayer als Fußballerin im Spiel

Kurz zusammengefasst

Ich habe 13 Jahre lang Fußball gespielt, zuletzt in der 2. Bundesliga. Im Februar 2017 habe ich meinen Trainer Karl Sander kennengelernt, im Juni 2017 wurde ich Staatsmeisterin über 5.000 Meter. Zweieinhalb Jahre nach dem Fußballplatz war ich 2019 die Jahresschnellste in Österreich.

Wie hat alles angefangen?

Sport hat nie mein Leben bestimmt – mein Leben hat den Sport bestimmt. Ich hatte die schönste Kindheit und Jugend, die ich mir vorstellen kann. Bis ich ungefähr zwölf war, war ich eigentlich ein Bub: Ich habe mich so angezogen, mich so verhalten, und meine Freunde waren hauptsächlich Burschen.
Ab der Volksschule habe ich in Bad Fischau Fußball gespielt, bis zur U16 als einziges Mädchen. Wahrscheinlich habe ich dort einiges an kämpferischem Ehrgeiz mitgenommen. Schon damals hat mir ein besonderer Jemand gesagt, ich solle aufhören und zum Laufen wechseln. Ich hatte aber immer meinen eigenen Kopf und bin beim Fußball geblieben.

Wie ging es im Fußball weiter?

Ich war in verschiedenen Leistungsausbildungszentren, ins Internat nach St. Pölten wollte ich aber nicht. Nachdem ich bei den Burschen aufhören musste, bin ich nach Gloggnitz zu den Damen gewechselt, die in der 2. Bundesliga spielten. Mit 17 habe ich den L17 gemacht und war mit Mamas Auto mobil – auch an einen Schneesturm erinnere ich mich, bei dem ich trotz ihres Neins zum Training gefahren bin.
Nach einigen Jahren in Gloggnitz war ich in Wiener Neustadt aktiv, ebenfalls in der 2. Bundesliga – eine erfolgreiche und unheimlich schöne Zeit, aus der viele Freundschaften entstanden sind. Meine letzte Station war Erlaa, wo wir Tabellenerste waren und Relegation um den Aufstieg in die Bundesliga gespielt haben. Neben der Arbeit in der Schule und meiner Tätigkeit als Co-Trainerin in der Jugend der Admira Mödling hat mir dann die Zeit gefehlt, selbst noch Spaß am Fußball zu haben. Deshalb habe ich aufgehört.

Wie wurde ich zur Läuferin?

Im Februar 2017 habe ich meinen Trainer Karl Sander kennengelernt, danach ging es Schlag auf Schlag. Im März 2017 bestritt ich mein erstes Rennen, gleich bei einer Staatsmeisterschaft im Crosslauf. Im Juni 2017 habe ich die Staatsmeisterschaft über 5.000 Meter gewonnen.
Julia Mayer bei einem ihrer ersten Gespräche mit Trainer Karl Sander
Julia Mayer gewinnt im Juni 2017 ihren ersten Staatsmeistertitel über 5.000 Meter
Foto: © W. Lilge

Was kam 2018 und 2019?

2018 habe ich den Staatsmeistertitel über 10.000 Meter geholt, super Bestzeiten aufgestellt, war bei der Studenten-WM und habe einige Läufe gewonnen. 2019 habe ich alle Bestzeiten des Vorjahres pulverisiert, einen weiteren Staatsmeistertitel geholt und stehe an der nationalen Spitze. Begonnen hat die Saison mit dem Staffelsieg beim Vienna City Marathon, das Highlight war der Sieg beim Frauenlauf: Über 5 Kilometer waren in Österreich nur vier Läuferinnen je schneller als ich.
Ganz fühle ich mich in der Leichtathletik noch nicht zu Hause. Aber wie auch? Nach 13 Jahren Fußball sind zwei Jahre Laufen erst der Beginn eines wundervollen Kapitels. Meine Motivation wird von Tag zu Tag größer, und meine Erfolge treiben mich noch mehr an.
Wie es weiterging, steht auf Über Julia.

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Julia Mayer

Österreichische Rekordhalterin im Marathon und Halbmarathon, Olympia Paris 2024. Auf dem Weg nach Los Angeles 2028.

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