Wettkampf · 4 Min. Lesezeit · 12. Oktober 2026
Halbmarathon Graz 2026: Julia Mayer läuft Rekord
Kurz zusammengefasst
Ich bin beim Hervis Halbmarathon in Graz am 11. Oktober 2026 in 1:10:11 einen neuen ÖLV-Rekord gelaufen und habe den Bewerb gewonnen. Meine erst drei Wochen alte Bestmarke von Kopenhagen (1:10:54) habe ich um 43 Sekunden verbessert. Im Gesamtfeld war ich Vierte, schneller waren nur drei Männer.
Fakten
- Zeit
- 1:10:11 (ÖLV-Rekord)
- Platz
- 1. Frau, 4. im Gesamtfeld
- Vorher
- 1:10:54, Kopenhagen, 20.09.2026
- Verbesserung
- 43 Sekunden
- Streckenrekord Graz
- um exakt eine Minute verbessert
- Ort und Datum
- Hervis Halbmarathon, Graz, 11.10.2026
- Nächstes Rennen
- Halbmarathon Valencia, 25.10.2026
Wie war die Stimmung vor dem Start?
Ich war vor dem Lauf nervös. Nicht aus Unsicherheit, sondern weil ich aufgrund meiner Form gewusst habe, dass ein Rekord drin ist. Diese Erwartung an sich selbst trägt man dann 21 Kilometer lang mit.
In der Woche davor hatte ich eine sehr gute und sehr intensive Trainingswoche. Ich war gut drauf, das war mir klar. Die Strecke kenne ich vom letzten Jahr, sie ist schnell. Dazu kam perfektes Wetter. Wenn so viele Faktoren zusammenpassen, bleibt am Start nur noch eine Frage offen: Traut man sich, das Tempo von Beginn an anzugehen.
Wie lief das Rennen ohne Tempomacher?
Ich hatte keine Tempomacher. Mir war vorher bewusst, dass ich den Großteil des Rennens allein laufen muss, und das war hart. Es gibt niemanden, an dem man sich orientieren kann, keinen Windschatten, keinen Rhythmus von außen. Jeder Kilometer ist eine eigene Entscheidung.
Genau das macht so einen Lauf aber auch wertvoll. Die Zeit am Ende ist zu hundert Prozent selbst erarbeitet. Dass es sich trotzdem bis zum Schluss stabil angefühlt hat, sagt mir mehr über meine aktuelle Form als jede Trainingseinheit.
Warum ist Graz für mich besonders?
Ich weiß nicht, was in Graz immer los ist. Dieser Lauf hat ein Feeling, das schwer zu beschreiben ist. Die Menschen sind alle im Rennmodus, man wird an jeder Ecke angefeuert, und das macht einen Tag wie heute noch einmal emotionaler.
Einen Moment nehme ich besonders mit. Am Start ist ein Junge zu mir gekommen, acht oder neun Jahre alt, und hat gerufen, seine Mama sei ein großer Fan von mir. Dafür mache ich das. Rekorde stehen irgendwann in einer Liste. Dieser Satz bleibt.
Was bedeutet der elfte ÖLV-Rekord für Valencia?
In zwei Wochen laufe ich den Halbmarathon in Valencia. Dort hoffe ich auf eine gute Laufgruppe. Mit starken Läuferinnen um mich herum möchte ich die 1:10 unterbieten. Was heute allein gegangen ist, soll dort im Verbund noch ein Stück schneller gehen.
Im Dezember folgt in Valencia der ganze Marathon. Dann wird es richtig spannend, weil es dort um die Zeiten auf dem Weg Richtung Olympia geht. Der heutige Tag ist dafür ein gutes Zeichen. Die Form stimmt, das Training trägt, und ich bin dort, wo ich zu diesem Zeitpunkt sein wollte.
Es ist mein elfter ÖLV-Rekord, verteilt auf 5 km, 10 km, Halbmarathon und Marathon. Der zehnte liegt erst drei Wochen zurück. Dass sie so dicht aufeinander folgen, sagt mir mehr über die Arbeit der letzten Monate als jede einzelne Zeit.
Danke an mein Team
Ein Rekord entsteht nicht an einem Sonntagvormittag. Er ist das Ergebnis von vielen Wochen, in denen niemand zuschaut. Danke an meinen Trainer Vincent Vermeulen, an Richard, an mein Umfeld und an meine Partner, die diesen Weg mittragen.
Und danke an das Team des Graz Marathon und an alle, die an der Strecke gestanden sind. Ich komme sehr gerne wieder.
Wie ich trainiere und wie du mit mir laufen kannst, erfährst du im Julia Mayer Performance Center (JMPC).