Training · 4 Min. Lesezeit · 12. September 2026
Planung statt Zufall: 6 Jahre mit Trainer Vincent Vermeulen
Kurz zusammengefasst
2017 habe ich vom Fußball zum Laufsport gewechselt. Seit 2020 arbeite ich mit Vincent Vermeulen zusammen, seither ist er mein Trainer. Sechs Jahre später stehen dahinter der österreichische Rekord im Marathon, die Olympiateilnahme in Paris 2024 und Platz 10 bei der Europameisterschaft in Birmingham 2026.
Was diese Zusammenarbeit von Anfang an ausgezeichnet hat, ist nicht Zufall. Es ist Kontinuität. Vincent hat mich schon als Physiotherapeut betreut, als ich noch Fußball gespielt habe. Er kannte meinen Körper also bereits, bevor ich überhaupt an einen Marathon gedacht habe. Genau dieses Verständnis prägt bis heute, wie wir arbeiten: Bei uns kommt die sportliche Leistung nicht zuerst. Zuerst kommt die Frage, wie ich gesund und funktionsfähig bleibe. Erst danach kommt die Frage, wie schnell ich werden kann.
Kontinuität statt Zufall
Sechs Jahre Zusammenarbeit ergeben eine Kurve, keine Zufallsreihe. Staatsmeistertitel über 5 km, 10 km, Halbmarathon und Marathon, der österreichische Rekord in Valencia, die Olympiateilnahme in Paris 2024, zuletzt Platz 10 bei der Europameisterschaft in Birmingham 2026, die beste Einzelplatzierung einer österreichischen Marathonläuferin in der Geschichte dieser Europameisterschaften. Jedes dieser Ergebnisse baut auf dem vorherigen auf. Nichts davon ist über Nacht entstanden.
Vincent plant nicht von Rennen zu Rennen. Er plant in Zyklen, über Jahre, immer mit Blick auf das nächste große Ziel. Nach Paris 2024 stand von Anfang an fest, wohin die Reise geht: Los Angeles 2028. Jede Saison dazwischen, jedes Trainingslager, jede Wettkampfauswahl ist Teil dieses einen Plans.
Verletzungsfreiheit als Grundprinzip
Wer Vincent kennt, kennt seinen wichtigsten Satz: Bewege dich verletzungsfrei, dann kannst du überhaupt erst Leistung aufbauen. Für ihn steht die Gesundheit vor der Zeit auf der Uhr, auch bei mir als Profiathletin. Wenn etwas wehtut, wird die Einheit angepasst oder gestrichen, bis die Ursache geklärt ist. Das kostet manchmal Tage im Trainingsplan. Es hat mir über die Jahre etwas viel Wertvolleres gebracht: Kontinuität.
Diese Haltung erklärt auch, warum ich heute mit über 30 noch schneller werde statt langsamer. Wer den Körper nicht kaputt trainiert, kann länger auf hohem Niveau bleiben.
Daten statt Bauchgefühl
Vincent arbeitet nicht mit Vermutungen. Trainingsdaten, Laktatwerte, Herzratenvariabilität, Lauftechnik, all das wird über Jahre dokumentiert und ausgewertet. Vor Birmingham 2026 lagen ein Höhentrainingslager in der Ramsau, eines in Livigno und Monate gezielter Vorbereitung mit Vincent hinter mir. Am Renntag hat genau das gepasst, was wir monatelang aufgebaut hatten: die Daten, das Körpergefühl, der Plan.
Diese Arbeitsweise ist der Kern dessen, was ich mit dem Julia Mayer Performance Center weitergeben will. Gemeinsam mit dem Team des Leistungszentrums Ramsau, dem Betrieb von Vincent und seiner Familie, vermitteln wir dort genau die Methode, mit der ich selbst trainiere.